Rüsselsheim
Leitidee I städtebauliche, architektonische und landschaftliche Einbindung
Konzept: Individualität und Gemeinschaft
Leitidee des Wohnquartiers ist – neben einem ganzheitlichen Gestaltungsansatz für das neu geschaffene Baugebiet – Möglichkeiten zur Identitätsbildung der einzelnen Wohnhöfe und einzelner Häuser herauszubilden. Die Farbgestaltung der einzelnen Wohnhöfe in Blaugrau I Grün I Gelbocker und Rottönen prägt das äußere Erscheinungsbild und ihre jeweilige Identität. Am zentralen Quartiersplatz kommt diese Vielfalt der Wohnhöfe zusammen. Durch markante Fassadengestaltung der Punkthäuser mit farbigen Fliesen I Riemchen wird die Identität der Höfe unterstützt und zugleich eine signifikante Fassade zum Platz gebildet. Auch die Ausbildung der Erdgeschosszonen zum Platz unterstützt dessen öffentlichen Charakter. So wird hier zum Teil auf die „aufgesockelte Gestaltung“ der Wohngebäude verzichtet, um auch in direkten Kontakt zum Platz treten zu können. Im Quartierszentrum im WA 1 entsteht eine ca. 4 m hohe multifunktional zu nutzende Zone mit vorgelagertem überdachten Freibereich. Im WA 3 entstehen direkt über Außentreppen zugängliche Mikroapartements mit offenen Loggien und direktem Zugang zum Platz. Mit dem Luftgeschoss im WA 4 entsteht so eine Art u- förmige Arkade an den nördlichen, südlichen und östlichen Platzrändern. Die Zugänge neben den Punkthäusern zu den Wohnhöfen werden großzügig barrierefrei gestaltet. In diesen Bereichen entstehen auch von außen zugängliche Rampen für die „Fahrradsouterrains“ in den Punkthäusern. Der Fahrradverkehr wird so weitestgehend über den Quartiersplatz geführt und ist so zum Teil vom ruhenden Autoverkehr abgekoppelt. Dies trägt auch zu einer verträglichen Belebung des Platzes bei. Neben den prägenden Farbcodes der einzelnen Wohnhöfe werden die in der Regel gereihten Häuser durch das Ausbilden von Staffelgeschossen als „ Einzelhäuser“ stärker thematisiert. Unterstützt wird dies durch Material- und Farbgestaltung mittels unterschiedlicher Putzstrukuren (Kammputz, Besenstrich, Kratzputz etc.) und zum Teil Fliesen und Riemchen innerhalb eines Fassadenensembles. So entstehen zur Straßenseite „Townhouses“ und tragen zur Lebendigkeit und Adressbildung der Einzelhäuser bei. Die Erschließung der Häuser erfolgt immer von der jeweiligen Außenseite des „Blockes“ zu Straßen, Privatstraßen und dem Quartiersplatz. Die Feuerwehrangriffsflächen entstehen im Wesentlichen entlang dieser dem öffentlichen Raum zugewandten Fassadenflächen. Die Hofinnenbereiche werden vollständig vom Fahrverkehr der Feuerwehr und Fahrräder freigehalten. Sämtliche Wohnhäuser über 3 Vollgeschosse erhalten einen Aufzug und eine Möglichkeit zur Erstellung eines zweiten Rettungsweges mit Geräten der Feuerwehr direkt über öffentliche Flächen. Im Wohnquartier entstehen 493 neue Wohnungen von der temporär genutzten Gästewohnung von 25 m² Größe bis zur über 100 m² großen 5 –Personen-Wohnung. Um ein vielfältiges Quartier zu bilden, sollen bei aller notwendigen Typisierung eine möglichst große Vielfalt von Wohnungstypen angeboten werden. Die Laubengangtypen mit einem breiten Laubengang und Rankgittern vor den Einzelräumen zur Förderung des gemeinschaftlichen Wohnens sind zum Quartiersplatz gerichtet. Über das gesamte Baufeld sind geförderte und frei finanzierte Wohnungen sowie die erforderlichen 20 % barrierefreien Wohnungen verteilt. 243 Wohnungen in den Punkthäusern sind als rollstuhlgerechte Wohnungen ausgebildet. Der strenge Rhythmus der Architektur korrespondiert mit dem organisch mäandrierend gestalteten Freiraum. In den Höfen sind heimische säulenförmige Laubbäume geplant, welche geeignet sind, das Sommerklima (neben begrünten Dächern) und den berankten Fassaden im Innenhof zu verbessern. Gemeinschaftliche Grünflächen außerhalb der Höfe – vor allem im Osten – sind als ökologische Ausgleichflächen mit hohem Anteil an Stauden und Blühpflanzen geplant und stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Innenhöfe sind als begrünte Gemeinschaftsflächen mit Kinderspielplätzen angelegt und mit Hecken zu den Mietergärten abgetrennt. Die so entstehenden ökologischen Qualitäten bilden mit der Architektur ein dauerhaftes nachhaltiges Wohnumfeld zu der auch die Energieerzeugung mittels Photovoltaik auf den Dächern beiträgt.Erschließung
Wohnungsmix
Architektur und Freiraum I Nachhaltigkeit
Projektdaten
| Projektbeschreibung | NEUBAU WOHNANLAGE MIT 493 WOHNEINHEITEN |
|---|---|
| Ort | RÜSSELSHEIM |
| Bauzeit | 2022 |
| Team | FARID DIBAEI, ILARIA COMINI, FABIAN HELBIG, SANDRA MÜHLBACHER, ARNO ROTHACKER, LUISA WEBER |
| Modellbau | GBM MODELLBAU GMBH |
| Perspektive | MAINFELD FFM |
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