Miltenberg
Auszug Preisgerichtsprotokoll:
Der Verfasser bietet eine robuste nachhaltige Architektur aus Backstein an, die sich in die Formensprache der bestehenden städtebaulichen Situation einpasst, eigenständige Formulierung anbietet, jedoch ohne sich anzubiedern. Die historische Situation der Klosteranlage wird weiterentwickelt durch sich unterordnende Baukörper. Hierdurch verbleibt der freie Blick auf das Kloster als dominierendes Gebäude.
Die mit der Giebelseite zum Klostergarten angeordneten Langhäuser in serieller Art mit spannungsvoller Fuge und Oberlichter in Form eines aufgebrochenen Firstes sind an den nordöstlichen Rand zur Adamsgasse hin platziert, jedoch mit Respekt zur historischen Klostermauer. So bleibt Raum als Umgang erhalten und lässt aus dem Gebäude Blicke auf die Mauer und auf die Geschichte der Anlage zu. Dies wurde insgesamt positiv beurteilt. So wird auch die denkmalpflegerische Qualität wahrnehmbar.
Den Abschluss zum Klostergebäude hin bildet das sehr gut platzierte zweigeschossige Familienzentrum, in funktionalem Zusammenhang zu den Verwaltungsräumen der Caritas. Hier sollen in Zukunft auch die Räume der Pfarrei untergebracht werden, was zu einer funktional guten langfristigen Lösung führen kann, aber auch die Rochade einiger Räume im Klosterbestand zur Folge hat.
An der Giebelseite des Familienzentrums liegt wie selbstverständlich der gut situierte zentrale Eingangsbereich für alle Nutzungseinheiten. Von hier aus wird auch eine barrierefreie Erschließung des Obergeschosses ermöglicht.
Gut platzierte Parkplätze ergänzen das schlüssige Freiraumkonzept mit angenehm gestalteten öffentlichen Bereichen zum Kloster und zum Familienzentrum hin. Der großzügige Vorplatz verbindet in optimaler Weise KITA, Familienzentrum und Kloster. Eingänge und Achsen liegen wie selbstverständlich. Eine gemeinsame Nutzung der Freiflächen nach Süden wird gewährleistet.
Die Ausrichtung der Krippen und KITA Räume mit den Außenspielflächen nach Südwesten schafft eine angenehme Orientierung und Offenheit zum Klostergarten, die trotzdem eine geschützte und eindeutige Zuordnung zu den Gruppen ermöglicht. Sie bilden kleinteilige Rückzugsorte mit Loggia für Kinder und eine Pufferzone zum anschließenden Mehrgenerationengarten. (…)
Projektdaten
| Projektbeschreibung | NEUBAU EINER KINDERTAGESSTÄTTE |
|---|---|
| Ort | MILTENBERG |
| Bauzeit | 2018 |
| Ausloberin | KATH. KIRCHENSTIFTUNG ST. JAKOBUS |
| Planungspartner | BÜRO FÜR FREIRAUMPLANUNG, WIESBADEN |
| Team | TIMOTHY THEUNE, MAREIKE DRUX |
| Modellbau | GBM MODELLBAU GMBH |
| Perspektive | MAINFELD FFM |
NICHTOFFENER REALISIERUNGSWETTBEWERB MIT IDEENTEIL
ANERKENNUNG