Pforzheim
„Stadtgartenquartier“ – gemeinschaftlich Wohnen zwischen Stadt- und Grünraum
Leitgedanke des Entwurfs ist die Errichtung eines Wohnquartiers mit ausdrucksstarker gemeinschaftlicher Identität.
Als zentrales Element der Begegnungsmöglichkeiten führt ein sich durch das Quartier mäandrierender offener Laubengang, der alle Gebäude und deren Nutzungen miteinander verbindet.
Die prägnante Erschließung über breite, zum Teil überdachte Plätze und Laubengänge, offene Treppen sowie grüne Höfe und Dächer bietet verschiedenste Möglichkeiten zum Aufenthalt, zur Nachbarschaftspflege, zum gemeinsamen Gärtnern, Werkeln etc.
Städtebauliche Leitidee ist ein urbanes lebenswertes Wohnquartier mit eigener Identität an der Schnittstelle zwischen Stadt– und Grünraum, das sich nicht abschottet, sondern eine Verknüpfung des dicht bebauten angrenzenden Wohnquartiers mit den Grün- und Freiflächen des Stadtgartens ermöglicht.
An den Quartiersplätzen befinden sich die Zugänge für die Wohnbebauung und die halböffentlichen Funktionen wie auch der Zugang zu Kita und Familienzentrum im Erdgeschoss. Dort stehen auch Flächen für Co-Working-Offices, für Do-it-yourself-Werkstätten, Fahrradgarage, Waschsalon und Café, welche auch von Bewohnern des neuen „Stadtgartenquartiers“ gemietet und betrieben werden können, zur Verfügung.
Konstruktion / Gebäudehülle / Vorfertigung / Energiekonzept / Nachhaltigkeit
Ziel ist der Einsatz von regenerativen Baustoffen in klimafreundlicher Holzhybridbauweise. Die Tragkonstruktion (Innenwände I Decken) wird als Massivkonstruktion hergestellt (Schallschutz) und wirtschaftlich auf die Tiefgarage aufgesetzt. Sich wiederholende Gebäudebreiten I Wohnungstypen ermöglichen bauzeitensparenden Einsatz von Betonfertigteilen.
Die Außenwände (naturbelassene teilweise geflämmte Lärchenschalung I Gebäudehülle wärmebrückenfrei) werden als geschosshohe, vorgefertigte Fassadenelemente (Holzrahmenbau) ausgeführt.
Gestapelte Loggien und Laubengänge sowie Treppen und Gänge werden als Stahlkonstruktion mit aufliegender Betonfertigteilplatte vor die Gebäudehülle gestellt (Min. Wärmeverluste).
Ziel ist es, möglichst viel regenerative Energie zu verwenden und auch auf dem Baufeld zu erzeugen. Auf den Dachflächen des 3. / 4.Obergeschosses werden PV-Anlagen aufgestellt, das Quartier an das Fernwärmeangebot der Stadt Pforzheim angeschlossen.
Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll:
„Mit der linearen Struktur abgewinkelter Baukörper entlang der Kallhardtstraße bildet der Entwurf differenzierte harte städtische und weiche grüne Räume aus und schafft so eine gelungene Schnittstelle zwischen Stadtgarten im Osten und Stadtquartier im Westen. Die Höhenentwicklung und die städtebauliche Dichte sind gut gewählt und fügen sich in die Umgebung sehr gut ein. Die Verflechtung der urban gestalteten Quartiersplätze mit dem Straßenraum der Kallhardtstraße einerseits und der attraktiven grünen Gemeinschaftshöfe mit dem Stadtgarten andererseits ist konzeptionell und gestalterisch überzeugend. Die zweigeschossigen Durchgänge in der Verlängerung der aus dem Quartier kommenden Straßen sind gut platziert und großzügig, übernehmen attraktive Verweil- und Verteilfunktionen. Positiv ist die qualitätsvoll geführte Fuß- und Radwegeverbindung entlang des Metzelgrabens. Die Rigolen in den begleitenden Grünflächen sind ein positiver Beitrag zum Regenwassermanagement. Die Fassaden vermitteln durch Einschnitte und Strukturwechsel einen plastischen, strukturierenden und ruhigen Gesamteindruck. Die Holz-Beton-Konstruktion stellt eine einfache Bauweise dar, die in ihrer seriellen Produktions- und Montagemöglichkeit auch sehr wirtschaftlich ist. Die Laubengänge und die ihr angegliederten angebotenen Dachterrassen und Dachgärten ermöglichen eine Verbindung aller Baukörper miteinander und bieten ein großes Potential für Begegnung und Kommunikation der Bewohner … Insgesamt ist der Entwurf mit seiner Setzung und Proportionierung der Baukörper, der entstehenden Freiräume und dem Wohnraumangebot sehr gelungen und ergänzt auf eine selbstverständliche wie auch selbständige Art und Weise den Stadtgrundriss …“
Projektdaten
| Projektbeschreibung | NEUBAU „STADTGARTENQUARTIER“ ALS WOHNANLAGE MIT 79 WOHNEINHEITEN, DIVERSE GEWERBEEINHEITEN UND TIEFGARAGE IN HOLZHYBRIDBAUWEISE |
|---|---|
| Ort | PFORZHEIM |
| Bauzeit | 2019 |
| Auslober | STADTBAU GMBH PFORZHEIM / BAUGENOSSENSCHAFT ARLINGER E.G. |
| Planungspartner | FAKTORGRUEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN BDLA BERATENDE INGENIEURE PARTGMBB, FREIBURG EGS-PLAN INGENIEURGESELLSCHAFT FÜR ENERGIE-, GEBÄUDE- U. SOLARTECHNIK MBH, STUTTGART |
| Team | MARKUS RAUPACH, ANGELA CHRISTOPH, TIMOTHY THEUNE |
| Modellbau | GBM MODELLBAU GmbH |
| Perspektive | FFM-ARCHITEKTEN. ARNO ROTHACKER |
NICHTOFFENER REALISIERUNGSWETTBEWERB
4. PREIS